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Der Allrad-Sprinter-Wahn

Allrad-Spinter

Alexander Arndt |

Zunächst einmal: ich kann nicht verhehlen, dass ein Sprinter 4x4 als Wohnmobil-Ausbau nicht eine Anziehungskraft auf mich ausüben würde. Und wenn 150.000 € zwangsgebunden in einen Campervan (ja, man kann einen 6m-Sprinter schon noch als Van bezeichnen) investiert werden müssten und bei mir rumliegen würden, wäre es wohl auch in der sehr engen Auswahl. Also probiere ich meine Beobachtungen von diversen Messen und Gesprächen möglichst neid- und wertfrei zu formulieren.

Das Phänomen der Allrad-Kastenwagenausbauten ist in den letzten Jahren noch einmal ordentlich explodiert. Die immer wieder auftretenden bzw. dauerhaft anhaltenden Lieferschwierigkeiten bei Stellantis (insbesondere natürlich beim Ducato) während der Corona-Krise und des Ukraine-Krieges sorgten bei den Ausbauherstellern dafür, auf andere Chassishersteller umzusteigen. Das befeuerte einerseits die Ausbauvarianten mit dem Ford Transit als Basisfahrzeug, andererseits rückte aber ebenfalls der eigentlich für eine Wohnmobilbasis etwas zu schmale Mercedes Sprinter in den Fokus.

Und was der Sprinter noch viel besser kann: Mit dem werksseitigen Schlechtwege-Paket und permanenten Allradantrieb eine Option sein, die es beim Ducato werksseitig nie gab. Und so nahm der Allrad-Hype im Kastenwagenbereich neue Formen an.

Der Wohnmobil-Markt fußt auf den gleichen Grundlagen wie alle anderen Handelsmärkte - Hersteller schaffen ein Angebot und schlussendlich entscheidet der Konsument, ob das Angebot am Markt erfolgreich sein wird oder eben nicht. Mit Blick auf diverse Neuvorstellungen von Allrad-Sprintern auf dem Caravan Salon lässt sich darauf schließen, dass viele Konsumenten dieses Angebot gerne annehmen möchten und der Kuchen noch lange nicht aufgeteilt ist. So wirklich neu erfunden hat derweil kein Hersteller den Sprinter, weder was den Grundriss anbetrifft, noch die Optik. Den Malibu Genius mit Heckverlängerung mal außen vor gelassen.

Fragwürdig mag der Trend doch sein. Ist der Allrad-Sprinter der neue Vollintegrierte? Wurde früher das Haus im Rentenalter verkauft, um den C-Liner bezahlen, dient das Geld heute anscheinend für den Allrad-Sprinter. Ich möchte niemanden die Abenteuerlust versagen, behaupte aber, dass die meisten dieser Allrad-Sprinter die Kammstraßen der Westalpen oder die Südlichen Karpaten nie sehen wird. Wahrscheinlich spielt der Individualisierungsdrang eine größere Rolle als das eigene Reiseprofil, denn so ein Sprinter macht eben einfach mehr her als der x-tausendfach verkaufte Ducato-Ausbau, bei dem ein Laie auf den ersten Blick nicht unterscheiden könnte, ob dieser nun 50.000 oder 90.000 Euro gekostet haben soll.

Schlussendlich bleibt abzuwarten, ob die Hersteller das Gaspedal bei der Vorstellung und Produktion von Allrad-Sprintern nicht doch etwas zu weit durchgedrückt haben. Allen, die sich ihren Lebenstraum eines solchen Fahrzeugs erfüllt haben und ihr Fahrzeug regelmäßig in angemessenem Terrain bewegen, wünsche ich in jedem Fall wunderbare Reisemomente!

Beste Campergrüße,

Alex von CampVan

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